Bundeswertpapiere ... sichere längerfristige Geldanlage
Die aktuellen Nachrichten über Pleiten von Kreditinstituten und Milliardenverlusten durch Spekulationen lassen Anleger um Ihr Geld bangen. Der Trend von hochspekulativen Anlagen mit hohen Gewinnversprechungen bewegt sich langsam zu alternativen Möglichkeiten, die zwar nicht extreme Renditen bieten, sondern Margen über der Inflationsrate und Sicherheit weil der Staat der Schuldner ist.
Die wichtigsten Wertpapiere sind:
- Bundesschatzbriefe
- Finanzierungsschätze
- Bundesanleihen
- Bundesobligationen
- Bundesschatzanweisungen
Bundeswertpapiere werden nur noch als Wertrechte ausgegeben. Der Gläubiger erhält in diesem Fall keine Urkunde, sondern seine Forderung wird als Sammelschuldbuchforderung in das Bundesschuldbuch eingetragen. Dieser Eintrag ist einem Wertpapier rechtlich gleichgestellt.
Alle Bundeswertpapiere werden über Kreditinstitute oder die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland abgewickelt. Auf der Seite der Finanzagentur können Sie sich auch über die aktuellen Konditionen [pdf-Format] informieren.
Die Verwaltung durch die Finanzagentur ist im Gegensatz zu den Kreditinstituten gebührenfrei.
Bundesschatzbriefe
Die Mindestanlage sind 50 Euro, der Anlagehöchstbetrag ist beliebig. Der Schatzbrief vom Typ A hat eine Laufzeit von 6 Jahren und die Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Der Typ B hat eine Laufzeit von 7 Jahren und die Zinsen werden als Zinsansammlung bei der Rückzahlung ausgezahlt.
Finanzierungsschätze
Die Mindestanlage sind 500 Euro, der Anlagehöchstbetrag ist 250.000 Euro. Die Laufzeit beträgt 1 Jahr oder 2 Jahre. Die Zinszahlung erfolgt als Abzinsung, d.h. der Kaufpreis ist der Nennwert minus Zinsen. Nach Ablauf der Vertragszeit erhalten Sie den Nennwert zurück.
Bundesanleihen
Bundesanleihen (Bunds) haben die längsten Laufzeiten. Sie betragen ab dem Emissionszeitpunkt 10 oder 20 Jahre. Ein Erwerb ist nur über Ihre Hausbank oder einen DirectBroker möglich. Ein Verkauf mit Gewinn kann nicht gewährleistet werden, da die Preise an der Börse Schwankungen ausgesetzt sind. Für eine Alterssicherung sind diese Papiere dennoch sinnvoll, denn neben den jährlichen Zinszahlungen erhalten Sie Ihre Einlage in jedem Fall zurück.
Bundesobligationen
Über die Finanzagentur ist die Mindestanlage 110 Euro und der Anlagehöchstbetrag 250.000 Euro. Die Laufzeit beträgt 5 Jahre und die Zinszahlung erfolgt jährlich, z.B. auf Ihr Girokonto. Bundesobligationen werden an der Börse gehandelt, der Kauf erfolgt mit Überweisung und der Verkauf zum festen Einheitspreis der Frankfurter Wertpapierbörse. Die aktuellen Konditionen kann man der Tagespresse entnehmen. Sie sollten beachten, daß Bundesobligationen Kursschwankungen unterliegen. Das Anlagekapital ist allerdings sicher.
Bundesschatzanweisungen
Für Bundesschatzanweisungen gibt es keine Mindesanlage. Ein Erwerb ist nur über Ihre Hausbank oder einen DirectBroker möglich. Die Papiere haben eine Laufzeit von zwei Jahren ab Emissionszeitpunkt. Die Zinszahlung erfolgt jährlich und die Rückgabe erfolgt zum Nennwert.
Auch Sparbücher und Sparpläne sind in Deutschland sichere Geldanlagen. Alle namhaften deutschen Banken gehören dem Einlagensicherungsfond an. Dadurch sind die Gelder der Kunden vor einer Insolvenz des Geldinstituts geschützt! Zusätzlich sind Ihre Anlagen durch gesetzliche Regelungen, wie das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz abgesichert. Die gesetzliche Entschädigung beträgt allerdings nur maximal 20.000 Euro bei 90% der betroffenen Summe.
Sie sollten sich also bei einer Kontoeröffnung davon überzeugen, ob Ihr Geldinstitut dem freiwilligen Einlagensicherungsfond angehört!
Sparkassen haben ein eigenes Sicherungssystem. Bei Problemen springen andere Institute ein. Zunächst wird eine Sicherungseinlage der regionalen Sparkassen (Cash-Fond) zum Schadensausgleich herangezogen. In einer zweiten Stufe werden die Sicherungssystem der Landesbanken und Girozentralen herangezogen. Wenn auch diese Summen nicht reichen sollten setzt ein überregionaler Ausgleich ein. In der letzten Stufe greift die Gemeinde, die Stadt, der Landkreis oder das Bundesland ein, die den Bestand der Sparkassen garantieren müssen.
Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) hat ein eigenes Sicherungssystem. Ihre Einlagen sind bei den angeschlossenen Instituten zu 100 Prozent und ohne betragliche Begrenzung geschützt.
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